{"id":219,"date":"2017-04-05T21:14:54","date_gmt":"2017-04-05T21:14:54","guid":{"rendered":"http:\/\/alemannia-verkauftmannicht.de\/?p=219"},"modified":"2017-05-09T21:11:43","modified_gmt":"2017-05-09T21:11:43","slug":"interview-mit-den-fanatico-boys-aus-heidenheim","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alemannia-verkauftmannicht.de\/?p=219","title":{"rendered":"Interview mit den &#8222;Fanatico Boys&#8220; aus Heidenheim"},"content":{"rendered":"<p>Im Rahmen von &#8222;Alemannia verkauft man nicht&#8220; haben wir bereits vor drei Wochen der Ultragruppierung &#8222;Fanatico Boys&#8220; aus Heidenheim Fragen zu unserer Kampagne beantwortet. Nachzulesen ist das Interview <a href=\"http:\/\/www.fanatico-boys.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/99fuerth.pdf\">hier<\/a> in ihrem Spieltagsflyer ab Seite 8 oder im nachfolgenden Text.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>K\u00f6nntet ihr zu Beginn, f\u00fcr die weniger informierten Personen, eure Initiative gegen den geplanten Investor kurz vorstellen?<\/b><\/p>\n<p>Die Yellow Connection und die Fan IG (Interessengemeinschaft der Alemannia Fans) haben sich bis zur Gr\u00fcndung der Kampagne \u201eAlemannia verkauft man nicht\u201c als einzige aktiv mit dem Thema Investor besch\u00e4ftigt und Aktionen diesbez\u00fcglich durchgef\u00fchrt. Da beide Parteien zudem unterschiedliche Personenkreise ansprechen, war es sinnvoll, sich trotz vieler Differenzen bei anderen Themen zum Wohle des Vereins zusammenzuschlie\u00dfen und den Kampf von nun gemeinsam zu f\u00fchren. Die besagte Kampagne dient uns als Informations- und Aufkl\u00e4rungsplattform und ist der Dreh- und Angelpunkt beim Kampf gegen einen Investoreneinstieg. Die Kampagne wird zudem von allen wichtigen Fanclubs unterst\u00fctzt, die den Initiatoren bei ihrer Arbeit helfen. Von der gesamten Fanszene wurde sie unabh\u00e4ngig von der eigenen Haltung zu einem Investoreneinstieg sehr positiv aufgenommen, da sie als einzige Institution in Aachen \u00f6ffentlich sachliche Argumente gegen die Luftschl\u00f6sser der dilettantischen Vereinsf\u00fchrung liefert.<\/p>\n<p><b>Als Au\u00dfenstehender kam die Information, dass die Alemannia auf der Suche nach einem Investor ist, sehr \u00fcberraschend. War diese Entscheidung f\u00fcr euch ebenfalls nicht vorhersehbar oder k\u00fcndigte sich das schon seit L\u00e4ngerem an?<\/b><\/p>\n<p>Der Verein stand seit der Insolvenz nie wirklich auf gesunden F\u00fc\u00dfen, ausschlaggebend sind nach wie vor der Bau des \u00fcberdimensionierten und bereits maroden Stadions und des Parkhauses mit integriertem Trainingsplatz. Nach Abschluss des Insolvenzverfahrens f\u00fchrten zudem falsche Entscheidungen und das Streben nach schnellem Erfolg des Aufsichtsrats und der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zur beeindruckend schnellen Anh\u00e4ufung des n\u00e4chsten Schuldenbergs. Dass es finanziell eng wird und wir externes Geld ben\u00f6tigen, um weiterhin den aktuellen Etat stemmen zu k\u00f6nnen, wurde uns als YC Ende 2015 durch den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch inoffiziell mitgeteilt. Er nannte damals die Optionen Kredit und Investor. Wenige Monate sp\u00e4ter wurde dies dann offiziell best\u00e4tigt.<\/p>\n<p><b>Wie steht ihr als Szene zu dieser Entscheidung und welche Konsequenzen werdet ihr ziehen, sollte ein Investor bei euch einsteigen?<\/b><\/p>\n<p>Die Ultraszene lehnt einen Investoreneinstieg, egal zu wieviel Prozent, klar ab, da gibt es keine zwei Meinungen. Die zweite Frage k\u00f6nnen wir allerdings nur als YC beantworten, da wir diesen Fall innerhalb der Szene bisher nur sehr oberfl\u00e4chlich besprochen haben. Erstmal sind einfach noch andere Dinge wichtiger. Im Falle eines Verkaufs sind wir uns als Gruppe einig, dass wir auf keinen Fall so weiter machen w\u00fcrden wie bisher. Wie weit wir unser Engagement runter fahren w\u00fcrden und ob wir uns sogar ganz zur\u00fcckziehen w\u00fcrden, das werden wir aber erst entscheiden, wenn der Fall wirklich eintritt. Bis dahin setzen wir unsere gesamte Energie daf\u00fcr ein, diese Entscheidung niemals treffen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>Wie ist die aktuelle Situation im Verein und das Verh\u00e4ltnis zwischen Fans und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer? Welche weiteren Schritte hat eure Initiative geplant?<\/b><\/p>\n<p>Die Stimmung k\u00f6nnte eigentlich schlechter nicht sein. Der Aufsichtsrat wurschtelt v\u00f6llig unkontrolliert vor sich hin und \u00fcberbietet sich im Dilettantismus. Der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bewies eigentlich schon zu Beginn, dass er f\u00fcr diesen Job v\u00f6llig ungeeignet ist. Jeder der das Vergn\u00fcgen hatte mit ihm zu sprechen, kann das nur best\u00e4tigen. Seine Ma\u00dfnahmen werden immer abenteuerlicher. Das kollektive Verbot, bei Ausw\u00e4rtsspielen Fahnen in den Block bringen zu d\u00fcrfen, ist nur die Spitze. Er versucht die Meinungsfreiheit deutlich zu beschneiden und damit unseren Kampf gegen einen Investor zu unterbinden. All unsere sachlichen Aktionen mussten wir \u201eillegal\u201c durchziehen und \u00f6ffentlich heult er dann \u00fcber die Art und Weise der Aktionen. Das unangemeldete Verteilen von Infoflyern zum Thema Investor stellte er beispielsweise auf eine Stufe mit Gewalttaten.<\/p>\n<p>\u00dcber weitere Schritte unserer Kampagne wollen wir aus strategischen Gr\u00fcnden keine Auskunft geben.<\/p>\n<p><b>Ein Investor im Profifu\u00dfball ist nicht mehr selten, ob es nun M\u00fcnchen oder Hamburg ist. Selbst Projekte wie Hoffenheim sind heutzutage schon beinahe normal. Wo seht ihr daf\u00fcr die Ursachen daf\u00fcr und wieso wird eurer Meinung nach nun auch in den unteren Ligen damit angefangen?<\/b><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss man zwischen Investoren und M\u00e4zen unterscheiden. Investoren wollen Geld verdienen, bei M\u00e4zen sind die Geschlechtsorgane unterentwickelt. F\u00fcr beide ist die enorme Aufmerksamkeit ausschlaggebend, die man durch den Fu\u00dfball bekommt. Red Bull und Volkswagen wollen zum Beispiel durch ihr Investment den Bekanntheitsgrad ihrer Produkte erh\u00f6hen. Und das geht beim popul\u00e4ren Fu\u00dfball einfach besser als beim Hallenhalma. Auch die enormen Geldsummen, die mittlerweile beim Fu\u00dfball flie\u00dfen, locken die Geldgeier an, auch wenn nur die wenigsten Vereine wirklich Profit abwerfen. Das Problem ist aber nicht, dass es gemacht wird, das Problem ist, dass es erlaubt ist.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung f\u00fchrt dazu, dass immer mehr Traditionsvereine in die Unterklassigkeit getrieben werden. Bei deren Fanszenen ist die Sehnsucht nach dem alten Erfolg gro\u00df und die Bereitschaft die eigene Seele daf\u00fcr zu verkaufen dementsprechend gr\u00f6\u00dfer als bei h\u00f6herklassigen Vereinen. Es liegen zudem meist noch h\u00f6herklassige Strukturen vor, f\u00fcr Investoren also interessante Bedingungen. Bei Dorfvereinen ist zudem der Widerstand gegen externe Geldgeber gering, ideale Bedingungen f\u00fcr Projekte wie RB Leipzig.<\/p>\n<p><b>Wie ist das Vorgehen des geplanten Einstieges mit der 50+1 Regel zu vereinbaren?<\/b><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sollen nur 49,9% der Anteile verkauft werden, da momentan aufgrund der angesprochenen 50+1 Regel nicht mehr erlaubt ist. Allerdings wollen die Investoren auf jeden Fall 80% der Anteile \u00fcbernehmen, deswegen soll bei der geplanten Abstimmung auch direkt \u00fcber den Verkauf der restlichen 30,1% bei Fall der 50+1 Regel mit abgestimmt werden. Der totale Ausverkauf st\u00e4nde dann zwar erstmal nur auf dem Papier, w\u00e4re ab dann aber nicht mehr zu verhindern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Rahmen von &#8222;Alemannia verkauft man nicht&#8220; haben wir bereits vor drei Wochen der Ultragruppierung &#8222;Fanatico Boys&#8220; aus Heidenheim Fragen zu unserer Kampagne beantwortet. 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