{"id":216,"date":"2017-04-02T10:39:13","date_gmt":"2017-04-02T10:39:13","guid":{"rendered":"http:\/\/alemannia-verkauftmannicht.de\/?p=216"},"modified":"2017-04-02T10:39:13","modified_gmt":"2017-04-02T10:39:13","slug":"stellungnahme-der-yellow-connection-die-wahren-gruende-der-insolvenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alemannia-verkauftmannicht.de\/?p=216","title":{"rendered":"Stellungnahme der Yellow Connection &#8211; Die wahren Gr\u00fcnde der Insolvenz"},"content":{"rendered":"<p>Innerhalb von etwas mehr als vier Jahren hat unsere Alemannia nun zum zweiten Mal ein Insolvenzplanverfahren beantragt \u2013 Hut ab, zumindest in diesem Punkt sind wir deutschlandweit unschlagbar. Doch nicht nur diese Tatsache sondern auch die abstrusen Anschuldigungen des zur\u00fcckgetretenen Aufsichtsrats der ausgegliederten Spielbetriebsgesellschaft sollten jeden Alemannen dazu veranlassen, genauer hinzuschauen. Gehen wir der Reihe nach.<\/p>\n<p>Wann genau sollte ein Unternehmen die Insolvenz beantragen? Laut Gesetzgeber muss der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eines Unternehmens, das entweder zahlungsunf\u00e4hig (also wenn die aktuellen Rechnungen nicht mehr beglichen werden k\u00f6nnen) oder \u00fcberschuldet (also wenn die Verbindlichkeiten nicht mehr von dem aktuellen Verm\u00f6gen gedeckt werden k\u00f6nnen) ist, beim zust\u00e4ndigen Amtsgericht einen Insolvenzantrag stellen. Beides ist gem\u00e4\u00df den Aussagen des zur\u00fcckgetretenen Aufsichtsrats nicht der Fall gewesen. Das Insolvenzrecht erlaubt es allerdings, diesen Antrag auch schon bei drohender Zahlungsunf\u00e4higkeit einzureichen. Der vorl\u00e4ufige Insolvenzverwalter Dr. Christoph Niering lobte diesen \u201everantwortungsvollen\u201c Schritt, den die ehemaligen Verantwortlichen \u201egenau zum richtigen Zeitpunkt\u201c gemacht h\u00e4tten. In der Tat wird dieser Weg nur von \u00e4u\u00dferst wenigen Unternehmen beschritten, Grund hierf\u00fcr ist unter anderem, dass der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer das Stigma des Pleitiers h\u00f6chst ungern angehaftet bekommen m\u00f6chte. Dass nun ausgerechnet der junge und sehr unerfahrene Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Timo Skrzypski diesen \u00e4u\u00dferst weisen und seltenen Schritt initiiert haben soll, erscheint doch eher unwahrscheinlich. Wer zudem seine Inkompetenz in einem pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch erleben durfte, wird dies sogar f\u00fcr v\u00f6llig unm\u00f6glich halten. Es hat also den Anschein, dass dieser fr\u00fche Insolvenzantrag durch Druck von oben erfolgte. Diese Wahrnehmung wird durch eine Aussage des zur\u00fcckgetretenen Aufsichtsratsmitglieds Horst Reimig befeuert. \u00a0\u201eWir haben einen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, der ist jung, der hat zwei Kinder, den k\u00f6nnen wir nicht in eine strafbare Position treiben.\u201c Mit anderen Worten einen alten kinderlosen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer h\u00e4tten sie bedenkenlos in die Kriminalit\u00e4t getrieben. Entweder outete sich Herr Reimig hiermit als skrupelloser Unmensch oder aber diese Aussage war wenig durchdacht. Und wenig durchdacht ist eine Aussage vor allem dann, wenn sie innerhalb eines erfundenen Kontextes formuliert wird. Dieser fr\u00fche Insolvenzantrag k\u00f6nnte also einzig und alleine auf den Ideen des Aufsichtsrats gefu\u00dft und Skrzypski lediglich als Bauernopfer fungiert haben.<\/p>\n<p>Aber warum hat der Aufsichtsrat diesen Antrag so auffallend fr\u00fch gestellt? Wie sich das klischeem\u00e4\u00dfig geh\u00f6rt, hat der Aufsichtsrat werbewirksam das sinkende Schiff fahnenfluchtartig verlassen &#8211; allerdings nur zum Schein. Denn bis auf die Personalie Christian Steinborn war der Aufsichtsrat der Spielbetriebsgesellschaft mit dem Pr\u00e4sidium des Vereins identisch und diese Posten haben die Herren Reimig, Hammer und Laven behalten. Mit anderen Worten haben diese drei das sinkende Schiff nicht nur nicht verlassen, sie haben sogar immer noch eine Hand am Steuer. Wenn man sich jetzt noch etwas im Insolvenzrecht auskennt, wird man merken, dass der R\u00fccktritt des Aufsichtsrats lediglich auf dem Papier von Bedeutung war. Denn die Kontrolle des Insolvenzverwalters durch den Aufsichtsrat findet ohnehin nicht statt. Es war also ein R\u00fccktritt ohne R\u00fccktritt, der wohl suggerieren sollte, die Herren w\u00e4ren an zuk\u00fcnftigen Entscheidungsfindungen nicht mehr beteiligt. \u00a0Zudem generierten sie so die maximale mediale Aufmerksamkeit, die sie dazu nutzten, den wahren Grund dieser Insolvenz zu benennen \u2013 die eigenen Fans. Genauer deren ablehnende Haltung gegen\u00fcber einem potentiellen Investor. Die Tatsache, dass die Herren nicht ratlos vor einem totalen Scherbenhaufen zu sitzen schienen, wie bei einer Insolvenz ja eigentlich \u00fcblich, ist ebenfalls sehr auff\u00e4llig. Vielmehr wurde das eigene Versagen ausgeblendet, die Inkompetenz des immerhin f\u00fcr diese Insolvenz verantwortlichen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers mit den Worten \u201ehervorragende Arbeit\u201c sch\u00f6ngeredet und fast schon positiv in die Zukunft geblickt. Diese positive Zukunft lie\u00dfe sich aber nat\u00fcrlich nur mit Geld von au\u00dfen realisieren und als Pr\u00e4sidiumsmitglieder sehen sich die drei Herren nat\u00fcrlich immer noch dazu berufen, dieses Geld in Form eines Investors an Bord zu holen. Hierf\u00fcr wurde dann auch sogleich eine Werbebrosch\u00fcre f\u00fcr Interessierte aus der Schublade gezogen, wie sie nat\u00fcrlich jeder Verein, der gerade einen Insolvenzantrag gestellt hat, dort liegen hat. Und tats\u00e4chlich h\u00e4tte nicht nur die Gruppe um Michael K\u00f6lmel ihr Interesse trotz Insolvenz nochmal untermauert (wie ist das nur m\u00f6glich, wo die Fans doch angeblich die Insolvenz herbeif\u00fchrten, weil sie durch ihre ablehnende Haltung dieser Gruppe das Interesse verhagelten?!), sondern es h\u00e4tten sogar noch f\u00fcnf bis sieben weitere Investoren ihr Interesse bekundet. Und schnell wird klar, dass die Investorensuche nicht durch den Insolvenzantrag zum Stillstand gekommen ist, sondern jetzt erst richtig forciert wird. So ist offensichtlich, warum der zur\u00fcckgetretene Aufsichtsrat diesen Insolvenzantrag so auffallend fr\u00fch hat stellen lassen, anstatt daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen, diese Schande der zweiten Insolvenz von unserer Alemannia fernzuhalten. In der Pr\u00e4-Insolvenzzeit war es noch unwahrscheinlich, 75% der Mitglieder f\u00fcr eine Investorenl\u00f6sung gewinnen zu k\u00f6nnen. Nun hat man den zweifelnden Fans klar gemacht, wohin ihre ablehnende Haltung f\u00fchren wird, indem man ihnen diese Insolvenz wie aus dem Nichts vor den Latz knallte und ihnen unmissverst\u00e4ndlich zu verstehen gab, diese Insolvenz sei nur aufgrund eines fehlenden Investors eingetreten.<\/p>\n<p>Letztlich hat sich an unserer Situation aber trotz dieser Insolvenz nicht viel ge\u00e4ndert. Und ein Investor ist aus den, im Rahmen der Kampagne \u201eAlemannia verkauft man nicht\u201c, vielfach ge\u00e4u\u00dferten Gr\u00fcnden immer noch die denkbar schlechteste L\u00f6sung. Lasst euch von diesen Totengr\u00e4bern unserer Alemannia nicht verarschen, allein sie sind der Grund, warum wir nach etwa drei Jahren die n\u00e4chste Insolvenz durchleben m\u00fcssen. Ein seri\u00f6s gef\u00fchrter Verein h\u00e4tte niemals externe Geldgeber ben\u00f6tigt, die ihn schon wieder aus der n\u00e4chsten Patsche holen m\u00fcssen, auch in dieser Liga nicht. Wir sollten nicht, wie auf der Pressekonferenz propagiert, so weitermachen wie bisher, denn dieser Weg hat uns ja erst in diese Misere gef\u00fchrt. Wir sollten aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und die Verantwortlichen, das jetzige Pr\u00e4sidium, vom Hof jagen. Wir sollten daf\u00fcr sorgen, dass endlich wieder seri\u00f6s und nachhaltig gearbeitet wird. Nur so k\u00f6nnen wir unabh\u00e4ngig bleiben, nur so k\u00f6nnen wir Alemannia bleiben.<\/p>\n<p>YELLOW CONNECTION<\/p>\n<p>ALEMANNIA VERKAUFT MAN NICHT<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innerhalb von etwas mehr als vier Jahren hat unsere Alemannia nun zum zweiten Mal ein Insolvenzplanverfahren beantragt \u2013 Hut ab, zumindest in diesem Punkt sind wir deutschlandweit unschlagbar. Doch nicht nur diese Tatsache sondern auch die abstrusen Anschuldigungen des zur\u00fcckgetretenen Aufsichtsrats der ausgegliederten Spielbetriebsgesellschaft sollten jeden Alemannen dazu veranlassen, genauer hinzuschauen. 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